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Familientherapie und Erziehungshilfen

Ähnlich wie bei der Paartherapie kann ein Weg aus den destruktiven Kreisläufen Unzulänglichkeit, gegenseitigen Verletzungen und Anklagen gefunden werden. So kann sich ein Familiensystem entwickeln, das geprägt ist von Respekt, Wertschätzung, Freude aneinander und gegenseitiger Unterstützung. Die Ressourcen des Einzelnen werden eingebracht und ausgebaut, so dass es zu einer Entlastung des gesamten Familienalltags kommt und Familie wieder Spaß macht.

 

 

Fallbeispiel Familientherapie:

Ulla und Christian sind seit zehn Jahren verheiratet. Ulla brachte sie heute zwölfjährige Janina mit in die Ehe. Später wurde noch der Leon (acht Jahre) und Ben (sechs Jahre) geboren.
Janina hat regelmäßigen Kontakt zu ihrem leiblichen Vater, besucht ihn etwa alle drei Wochen am Wochenende und verbringt einen Teil der Ferien bei ihm, seiner zweiten Frau und den wiederum dort geborenen beiden gemeinsamen Kindern. Das Verhältnis der beiden Elternpaare ist etwas angespannt, man versucht den Kontakt zueinander auf das Nötigste zu begrenzen.
Seit zwei Jahren verhält sich Janina zunehmend „auffällig“. Sie ärgert Leon und Ben, mit denen zu zuvor ein gutes Verhältnis hatte. Bei Familienausflügen ist sie aufsässig und streitsüchtig, versucht der gesamten Familie den Spaß zu verderben. Sie weigert sich morgens aufzustehen und schläft abends erst spät ein. Grenzen und Regeln versucht sie zu umgehen oder aufzuweichen. An den Wochenenden bei ihrem Vater ist sie sehr angepasst, in den Ferien hingegen zeigt sie ein Verhalten wie bei Ulla und Christian. Immer wieder spielt sie ihre Eltern gegeneinander aus, was zu weiteren Konflikten führt. Beide Familien sind mittlerweile dazu übergegangen Ausflüge und Unternehmungen am besten so zu planen, dass Janina dann bei dem jeweils anderen Elternteil verweilt, damit die jüngeren Geschwister nicht ständig dem Stress und Streit mit Janina ausgesetzt sind.
Ulla und Christian ist bewusst, dass dies keine Lösung ist und melden sich daher zu Familientherapie an, zunächst mit Janina. Schon bei der ersten Sitzung zeigt sich, wie verunsichert Janina angesichts der Familienkonstellation ist. Sie hat das Gefühl in keiner der Familien „richtig“ zu sein und fühlt sich ausgeschlossen. Unter der Konfliktsituation leidet sie sehr. Gleichzeitig tritt sie aber auch sehr fordernd und anmaßend auf. In den weiteren Sitzungen sind dann teilweise auch das anderen Elternpaar zugegen. Janina lernt ihre Wünsche und Ängste zu äußern anstatt sie in aggressiven Verhalten auszuleben, was sie sehr entlastet. Die Eltern können nun mit Liebe und Verständnis reagieren. Gleichzeitig erhält Janina klare Regeln und Grenzen, die von allen Elternteilen getragen werden. Durch die klare Regelsetzung und die liebevolle Bestätigung hat sie viel Sicherheit gewonnen, so dass sie wieder gut in das Familiensystem eingebunden ist und sich geborgen fühlt. Die beiden Elternpaare sind nun in gutem Austausch und die jüngeren Geschwister erleben Janina wieder als wunderbare große Schwester, mit der es Spaß macht etwas zu unternehmen.